Ausschreibungen

Anthologieprojekt

Schreiben gegen den "weißen Flecken"

Anthologieprojekt vom Arbeitskreis gegen Spielsucht e.V. – WLB in Unna ist Kooperationspartner – Schirmherrin ist Mechthild Dyckmans, Drogenbeauftragte der Bundesregierung - Einsendeschluss für Texte 15. Februar 2012

"Na ja, heute ist ja alles eine Sucht, warum dann nicht auch Spielen." Solche und ähnliche Aussagen sind Jürgen Trümper, Geschäftsführer vom Arbeitskreis gegen Spielsucht in Unna e.V., nicht fremd. "Für breite Schichten der Bevölkerung ist Glücksspielsucht noch ein weißer Flecken", so Trümper, "das mag ketzerisch in den Ohren derjenigen klingen, deren beruflicher Mittelpunkt Glücksspielsucht ist, aber Wunschdenken ersetzt hier oft die realistische Sicht der Dinge."

Seit mittlerweile 20 Jahren arbeitet das Team des Arbeitskreises in Unna daran, über die Glücksspielsucht aufzuklären und Betroffene und Angehörige zu beraten. Nach der Gründung des Vereins 1991 eröffnete 1992 der Arbeitskreis gegen Spielsucht eine der ersten professionellen Beratungsstellen für Spieler und Angehörige in Deutschland.

Das aktuelle Anthologieprojekt "Bunte Lichter, dunkle Schatten" sieht das Team als einen weiteren Ansatz, die Problematik der Glücksspielsucht einer breiteren Öffentlichkeit näher zu bringen. Bildlich gesprochen ist es "der Versuch einer Annäherung an Antworten auf die Frage: 'Warum spielt Herr Oberstudiendirektor?' und deren textlicher Transport in das Bewusstsein ‚der Nachbarin'", heißt es in der Projektbeschreibung. Gesucht werden Texte, die u.a. Antworten auf W-Fragen wie diese versucht: Warum verlieren sich manche Menschen so sehr im Spiel, dass sie alles auf eine Karte setzen? Was macht die Faszination des Spielens aus? Wo liegt die Gefahr, das Suchtpotential? Wo liegt der Thrill im Spiel?

Auslöser und Ausgangspunkt für das Projekt war, dass es verhältnismäßig viel Literatur und Erfahrungsberichte um sogenannte stoffgebundene Abhängigkeiten gebe, Publikationen jenseits der Fachliteratur rund um die Spielsucht hingegen relativ wenig vorhanden seien, so Trümper.

Die Anthologie soll dazu beitragen, das komplexe Problemfeld des Glücksspiels für eine breite Öffentlichkeit zu verdeutlichen und anschaulich zu transportieren. Auch "der Nachbar von nebenan" soll verstehen, was betroffene Spieler und Glücksspielexperten bereits wissen.

Das erklärte Ziel ist es, mithilfe des Schreibprojekts eine höhere Akzeptanz und Sensibilität in der Öffentlichkeit für diese Sucht zu erreichen. Ein äußerst hoher Anspruch, dessen sind sich die Initiatoren bewusst, "aber ohne diesen würde der Arbeitskreis gegen Spielsucht keine Arbeit in dieses Projekt investieren", so Jürgen Trümper.

Der Arbeitskreis wünscht sich eine breite Palette an literarischen Texten, die die Themen "Glücksspiel" und "Glücksspielsucht" möglichst facettenreich aus verschiedenen Blickwinkeln aufgreifen. Teilnahmeberechtigt sind Autorinnen und Autoren aus ganz Deutschland, pro Autor kann nur ein Werk eingereicht werden. Es kann entweder eine Kurzgeschichte oder ein in sich geschlossener Auszug aus einem Großtext eingeschickt werden. Die komplette Ausschreibung mit allen Bedingungen können Sie pdfhier herunterladen.