AMF-Preis

Preisverleihung 2018

Der "Alfred-Müller-Felsenburg-Preis für aufrechte Literatur" feierte in diesem Jahr sein dreißigjähriges Bestehen. Benannt nach dem gleichnamigen Schriftsteller († 2007), wird der Preis für "aufrechte Literatur" seit 1988 – mit einer Ausnahme 2008 – jährlich vergeben. Das für den bewusst undotierten Literaturpreis charakteristische Attribut der "Aufrichtigkeit" verweist auf seine Besonderheit, dass alle mit ihm Ausgezeichneten sich neben einem überzeugenden schriftstellerischen Niveau auch durch außergewöhnliches soziales Engagement oder ein hohes Maß an Zivilcourage als Kandidaten qualifiziert haben müssen.

Seit 2012 findet die Preisverleihung in Kooperation mit dem Westfälischen Literaturbüro in Unna statt. Dessen Domizil im Nicolaihaus eignet sich besonders gut für einen literarischen Preis, der ursprünglich für die westfälische Nachbarschaft konzipiert, über die Jahre aber immer stärker internationalisiert wurde und dabei stetig an Renommee gewonnen hat. Die Preisträger stammen zum Teil aus Dänemark, Österreich, Ungarn, den Niederlanden oder dem Iran.

2018 ging der Alfred-Müller-Felsenburg-Preis an die Moderatorin, Filmemacherin und Autorin Mo Asumang, die den Preis für ihr außergewöhnliches Engagement gegen jede Art von Menschenfeindlichkeit und die daraus entstandene Buchdokumentation "Mo und die Arier" erhielt. Die Jury würdigte mit ihr eine mutige Autorin und Filmemacherin, die es versteht, mit scheinbar arglosen Fragen Rassisten, Pseudoherrenmenschen und deren hasserfüllte Ideologien zu entlarven.

Die öffentliche Preisvergabe fand am 7. Oktober im Nicolaihaus Unna, Sitz des Westfälischen Literaturbüros, statt. Im Rahmen einer Feierstunde nahm die sichtlich gerührte Preisträgerin die Auszeichnung, eine Urkunde sowie eine Flasche "ehrlichen Landweins", vom Vorsitzenden des Westfälischen Literaturbüros, Staatsminister a. D. Wolfram Kuschke, und dem Juryvorsitzenden Thorsten Trelenberg entgegen. Zuvor sprachen der Landrat des Kreises Unna, Michael Makiolla, sowie der Sohn Alfred Müller-Felsenburgs, Michael Fallenstein, einige Grußworte. Die Laudatio hielt der Präsident der Auslandsgesellschaft Deutschland, Marc Frese. Alle Redner würdigten das außergewöhnliche Engagement Mo Asumangs und berichteten in ihren Beiträgen von eigenen Erfahrungen mit Rassismus und "Hate-Speech".

Musikalisch umrahmt wurde die Preisverleihung durch die Musiker Joyce-Lynn Lella & Wolfgang Brust, die die Veranstaltung passenderweise mit dem Stück "Black or White" von Michael Jackson eröffneten und mit Aretha Franklins Song "Respect" beendeten.

Anlässlich des 30jährigen Jubiläums wurde die Verleihung in diesem Jahr zudem durch mehrere öffentliche Lesungen der Preisträgerin im Kreis Unna begleitet, die durch die freundliche Unterstützung der Sparkasse UnnaKamen und des Kommunalen Integrationszentrums des Kreises Unna ermöglicht wurden. So fanden mehrere öffentliche Schullesungen sowie eine nicht öffentliche Lesung und Filmvorführung in der JVA Schwerte statt.