Neue Bücher

Ausgewählte Neuerscheinungen westfälischer Autor*innen.

Ulrich Straeter

Vom Ruhrgebiet nach Helgoland. Mit dem Fahrrad durch die Fünfzigerjahre

Ulrich Straeter
straeter-kunst essen, Essen 2022

Los! Mit fünfzehn will man los! Mit dem Vater 1956 auf Radtour. Von Dortmund an der stinkenden Emscher entlang über die Lippe zum Hermannsdenkmal, zur lieblichen Stadt Rinteln an der Weser und nach einer kalten Nacht auf einem freien Feld über die Kaffee-Stadt Bremen bis zur stürmischen Nordsee bei Bremerhaven. Und dann aufs Meer! Zurück über Oldenburg und Münster, nach einer Übernachtung im herben Eisenbahnabteil.
Aus heutiger Sicht lässt sich einiges sagen zu den Orten, Menschen und Ereignissen, die mit der Reiseroute zusammenhingen. Zum so genannten Wirtschaftswunder, zu den Altnazis und einer Reihe der Konzerne, die es nach dem zweiten Weltkrieg wieder gab. Auch über Schiffsuntergänge im Atlantik und Orkane an der Nordsee. Über die politischen Dinge haben unsere Eltern und Lehrer uns nicht alles erzählt. (…)
(Klappentext)

Lesebuch Karl-Ulrich Burgdorf

Lesebuch Karl-Ulrich Burgdorf

Walter Gödden (Hrsg.)
Nylands Kleine Westfälische Bibliothek 110
Aisthesis Verlag, Bielefeld 2021

Das vorliegende Lesebuch widmet sich dem Werk eines Autors, der seit 1974 mit einer Reihe von Romanen und Kurzgeschichten, die allesamt dem phantastischen Genre (Science-Fiction, Fantasy, Weird Fiction) zuzurechnen sind, hervorgetreten ist. Karl-Ulrich Burgdorf wurde 1952 in Hagen/Westf. geboren und lebt seit 1973 in Münster. Besonders erfolgreich war er mit seinem Science-Fiction-Jugendbuch „Delphinenspiele“ und der gemeinsam mit Wolfgang Hohlbein verfassten, immer wieder neu aufgelegten Serie über den Londoner Privatdetektiv Raven, der bei seinen Fällen regelmäßig mit übersinnlichen Phänomenen in Kontakt kommt. Zusammen mit Wolfgang Hohlbein schrieb Burgdorf auch ein Science-Fiction-Jugendbuch („Die Tiger von Vaultron“) sowie ein Fantasy-Rollenspielbuch („Die Insel der Sternenbestie“) zu Hohlbeins Enwor-Zyklus.
(Verlagsinformation)

From Westfailure to Westopia

From Westfailure to Westopia. Ein Reisebericht

Jörg Albrecht, Tomás Cohen, Annika Dorau, Hugh James und Nefeli Kavouras (Hrsg.)
Center for Literature, Havixbeck 2022

Dieses Buch unternimmt eine Reise: von den Begrenzungen einer Welt aus lauter getrennten Nationalstaaten hin zu den unerforschten Gebieten von Westopia. Diese mehrstimmige Vision der Zukunft erkunden wir mit der Hilfe von sechs Wörtern, die als unübersetzbar gelten. Aber sind sie es? Das Reisejournal führt uns durch Sprache, durch Bilder und Gedanken Westopias.
(Klappentext)

Fräulein Wolf und die Ehrenmänner

Fräulein Wolf und die Ehrenmänner

Gabriella Wollenhaupt, Friedemann Grenz
Kriminalroman
Grafit in der Emons Verlag GmbH, Köln 2021

Der Mordprozess Lieschen Neumann: Packender Politkrimi mit realem Hintergrund
Berlin 1930: Die jüdische Reporterin Leonore „Leo“ Wolf zieht in die Hauptstadt, um beim Sozialdemokratischen Pressedienst zu arbeiten. Als ein sechzehnjähriges Mädchen des Mordes an einem Uhrmacher angeklagt wird, der mit Nacktfotos von Minderjährigen Geschäfte machte, übernimmt Leo die Prozessberichterstattung. Da auch Nazis zu den Kunden des Getöteten gehörten, gerät sie schnell ins Visier der NSDAP – und die brutalen Schikanen lassen nicht lange auf sich warten. Hilfe erhält Leo durch den Verleger Valentin Winterstein, einen weltgewandten und äußerst attraktiven Mann, mit dem sie sich Hals über Kopf in eine Affäre stürzt. Doch der berüchtigte Frauenheld spielt ihr gegenüber nicht mit offenen Karten ...
(Klappentext)

Nur dieser Moment

Nur dieser Moment

Gerd Puls
Gedichte zur Zeit
Verlag Dortmunder Buch, Dortmund 2021

Spannend und humorvoll, mit knappen Worten und einem unverwechselbar lyrischen Ton erzeugt Gerd Puls eine hohe Intensität, Tiefe und Eindringlichkeit und liefert gleichzeitig übertragbare allgemein gültige Erkenntnisse. Seine Texte bieten nicht selten Überraschungen, doch stets bleiben sie bodenständig kritisch und oft versöhnlich.
(Klappentext)

Die Kastanien von Charkiw

Die Kastanien von Charkiw: Mosaik einer Stadt

Michael Zeller
assoverlag, Oberhausen 2021

Seit bald drei Jahrzehnten bereist Michael Zeller die Ukraine. Als ihn 2019 der ukrainische PEN als ersten Ausländer in die „Literaturresidenz“ Charkiw einlud, hat er die Zeit genutzt, all seine Erfahrungen und Geschichten über Stadt und Land und – vor allem – die Menschen vor Ort festzuhalten. „Man kann behaupten, dass diese Geschichten selbst gerade nach Michael Zeller suchten. Denn er ist ein Dichter mit einer besonderen Gabe – er sieht das Unsichtbare. Dieses Unsichtbare wartete gerade auf ihn, bis er alles beschreibt: den Geist der Stadt und deren Bewohner.“ So urteilt Andrej Kurkov, auch in Deutschland viel gelesener Romancier aus Kiew, über Michael Zellers neues Buch. „Er hat es für einen europäischen Leser geschrieben. Desto mehr ist es für uns von Interesse!“ Die Übersetzung ist bereits in der Ukraine erschienen.
(Klappentext)

An der Grasnarbe

An der Grasnarbe

Mirjam Wittig
Suhrkamp Verlag, Berlin 2022

Jetzt hütet Noa also Schafe. Um ihren Angstattacken in der Großstadt zu entfliehen und aus Sehnsucht nach dem einfachen Leben, ist sie als freiwillige Helferin auf einen Hof nach Südfrankreich gekommen. Hier leben Ella, Gregor und ihre elfjährige Tochter Jade von ihrer Herde und dem, was sie auf den Äckern anbauen. Doch das wird immer beschwerlicher, die Sommer werden heißer. Auch Noa bemerkt die Risse im Boden und wie wenig Wasser der Fluss führt. Das Landleben zeigt sich nicht weniger aufreibend als Noas früheres Leben. Und in der Abgeschiedenheit der Berge holen sie auch die Ängste und inneren Widersprüche ein, mit denen sie bereits zuhause zu kämpfen hatte.
Als ob man die Berge und Täler Südfrankreichs vor sich sieht, die Schafsglocken hört, Trockenheit und Hitze auf der Haut spürt. Mirjam Wittig erzählt in ihrem Debüt von der Flucht aufs Land, inneren Widersprüchen und den Auswirkungen der Klimakrise – mit großem Einfühlungsvermögen und starker atmosphärischer Kraft.
(Klappentext)

Vier Wochen & ein Fest

Vier Wochen & ein Fest

Doris Meißner-Johannknecht
Geschichten
OCM GmbH, Dortmund 2021

Alle Jahre wieder! Weihnachten! Fest der Stille. Die Familie in Harmonie und Frieden vereint. Mit Weihnachtsoratorium und Kerzenschein! Und Geschenken! Jedes Jahr mehr! In diesen sechs Geschichten lodert der ¬Weihnachtswahnsinn! Wie er ist, wie er sein könnte! Mit der großen Sehnsucht! Es möge dieses Mal ¬wunderbar sein. Einmal im Jahr! „Stille Nacht, Heilige Nacht!“ Es wird die Weihnachtsgans gereicht, wenn der Kater sie nicht gefressen hat … Es gibt Obdachlose, die mit am Tisch sitzen … Ein Weihnachtsmann, der von der Polizei gesucht wird … Hier ist Platz für Alle und Alles!
(Klappentext)

Nachtzüge

Nachtzüge

J. Monika Walther
Gedichte und gefundene Zettel
Geest-Verlag 2021

Im Schlaf duften die Zitronen
die reifen Aprikosen
ich grüße die fremden Nachbarn
sammle am Strand der Insel Utopia
Sandkörner und folge den Spuren.
Im Schlaf höre ich die Grenzer nicht
Pass Passeport Pasaporte Pass
Deutsche Demokratische Republik
Bundesrepublik Deutschland
Wer bin ich wo?
Ich decke das Bett zu.
Die Lebensmühe wartet nicht.
(Klappentext)

 

Ralf Thenior Lesebuch

Ralf Thenior Lesebuch

Walter Gödden (Hrsg.)
Zusammengestellt vom Autor
Nylands Kleine Westfälische Bibliothek 107
Aisthesis Verlag, Bielefeld 2021

„Ralf Theniors frühe Gedichte wirken noch heute frisch und unverbraucht; keine Patina aus übersättigter Reife hat sich angesetzt, kein Edelrostpanzer ist am Abblättern. Was und wie er schreibt, ist nach wie vor gültig, aktuell, wirkungsvoll. Ralf Thenior hat sich in die Sprache vernarrt, gleichzeitig blieb er der Beobachtung des im dauernden Wandel begriffenen Alltags treu, deshalb entwickelte er seinen Stil weiter, oder besser gesagt: erweiterte ihn, wie Jahresringe, um unterschiedliche Ansätze, Schwerpunkte und Perspektiven […]. Die Spracherfindung gerät nicht zum Selbstzweck, zur Schaubühne dichterischer Originalität, sie bleibt immer verankert […]. Vorahnungsschmerz, Graubrotsehnsucht, Greisenspätsommer: das sind beispielsweise die Titel einiger Texte dieses Lesebuchs, die traditionelles Vokabular kühn kombinieren. Mit dem dokumentierenden Dichter Thenior im Hinterkopf wird der Alltag zu einem rasanten Abenteuer und die Lyrik zu einem flugfederleichten Vergnügen.“
(Aus dem Nachwort von Jürgen Brôcan)