Neue Bücher

Ausgewählte Neuerscheinungen westfälischer Autor*innen.

Die Kastanien von Charkiw

Die Kastanien von Charkiw: Mosaik einer Stadt

Michael Zeller
assoverlag, Oberhausen 2021

Seit bald drei Jahrzehnten bereist Michael Zeller die Ukraine. Als ihn 2019 der ukrainische PEN als ersten Ausländer in die „Literaturresidenz“ Charkiw einlud, hat er die Zeit genutzt, all seine Erfahrungen und Geschichten über Stadt und Land und – vor allem – die Menschen vor Ort festzuhalten. „Man kann behaupten, dass diese Geschichten selbst gerade nach Michael Zeller suchten. Denn er ist ein Dichter mit einer besonderen Gabe – er sieht das Unsichtbare. Dieses Unsichtbare wartete gerade auf ihn, bis er alles beschreibt: den Geist der Stadt und deren Bewohner.“ So urteilt Andrej Kurkov, auch in Deutschland viel gelesener Romancier aus Kiew, über Michael Zellers neues Buch. „Er hat es für einen europäischen Leser geschrieben. Desto mehr ist es für uns von Interesse!“ Die Übersetzung ist bereits in der Ukraine erschienen.
(Klappentext)

An der Grasnarbe

An der Grasnarbe

Mirjam Wittig
Suhrkamp Verlag, Berlin 2022

Jetzt hütet Noa also Schafe. Um ihren Angstattacken in der Großstadt zu entfliehen und aus Sehnsucht nach dem einfachen Leben, ist sie als freiwillige Helferin auf einen Hof nach Südfrankreich gekommen. Hier leben Ella, Gregor und ihre elfjährige Tochter Jade von ihrer Herde und dem, was sie auf den Äckern anbauen. Doch das wird immer beschwerlicher, die Sommer werden heißer. Auch Noa bemerkt die Risse im Boden und wie wenig Wasser der Fluss führt. Das Landleben zeigt sich nicht weniger aufreibend als Noas früheres Leben. Und in der Abgeschiedenheit der Berge holen sie auch die Ängste und inneren Widersprüche ein, mit denen sie bereits zuhause zu kämpfen hatte.
Als ob man die Berge und Täler Südfrankreichs vor sich sieht, die Schafsglocken hört, Trockenheit und Hitze auf der Haut spürt. Mirjam Wittig erzählt in ihrem Debüt von der Flucht aufs Land, inneren Widersprüchen und den Auswirkungen der Klimakrise – mit großem Einfühlungsvermögen und starker atmosphärischer Kraft.
(Klappentext)

Vier Wochen & ein Fest

Vier Wochen & ein Fest

Doris Meißner-Johannknecht
Geschichten
OCM GmbH, Dortmund 2021

Alle Jahre wieder! Weihnachten! Fest der Stille. Die Familie in Harmonie und Frieden vereint. Mit Weihnachtsoratorium und Kerzenschein! Und Geschenken! Jedes Jahr mehr! In diesen sechs Geschichten lodert der ¬Weihnachtswahnsinn! Wie er ist, wie er sein könnte! Mit der großen Sehnsucht! Es möge dieses Mal ¬wunderbar sein. Einmal im Jahr! „Stille Nacht, Heilige Nacht!“ Es wird die Weihnachtsgans gereicht, wenn der Kater sie nicht gefressen hat … Es gibt Obdachlose, die mit am Tisch sitzen … Ein Weihnachtsmann, der von der Polizei gesucht wird … Hier ist Platz für Alle und Alles!
(Klappentext)

Nachtzüge

Nachtzüge

J. Monika Walther
Gedichte und gefundene Zettel
Geest-Verlag 2021

Im Schlaf duften die Zitronen
die reifen Aprikosen
ich grüße die fremden Nachbarn
sammle am Strand der Insel Utopia
Sandkörner und folge den Spuren.
Im Schlaf höre ich die Grenzer nicht
Pass Passeport Pasaporte Pass
Deutsche Demokratische Republik
Bundesrepublik Deutschland
Wer bin ich wo?
Ich decke das Bett zu.
Die Lebensmühe wartet nicht.
(Klappentext)

 

Ralf Thenior Lesebuch

Ralf Thenior Lesebuch

Walter Gödden (Hrsg.)
Zusammengestellt vom Autor
Nylands Kleine Westfälische Bibliothek 107
Aisthesis Verlag, Bielefeld 2021

„Ralf Theniors frühe Gedichte wirken noch heute frisch und unverbraucht; keine Patina aus übersättigter Reife hat sich angesetzt, kein Edelrostpanzer ist am Abblättern. Was und wie er schreibt, ist nach wie vor gültig, aktuell, wirkungsvoll. Ralf Thenior hat sich in die Sprache vernarrt, gleichzeitig blieb er der Beobachtung des im dauernden Wandel begriffenen Alltags treu, deshalb entwickelte er seinen Stil weiter, oder besser gesagt: erweiterte ihn, wie Jahresringe, um unterschiedliche Ansätze, Schwerpunkte und Perspektiven […]. Die Spracherfindung gerät nicht zum Selbstzweck, zur Schaubühne dichterischer Originalität, sie bleibt immer verankert […]. Vorahnungsschmerz, Graubrotsehnsucht, Greisenspätsommer: das sind beispielsweise die Titel einiger Texte dieses Lesebuchs, die traditionelles Vokabular kühn kombinieren. Mit dem dokumentierenden Dichter Thenior im Hinterkopf wird der Alltag zu einem rasanten Abenteuer und die Lyrik zu einem flugfederleichten Vergnügen.“
(Aus dem Nachwort von Jürgen Brôcan)

Mauerkind. Eine Kindheit in Westberlin (1963-1967)

Mauerkind. Eine Kindheit in Westberlin (1963-1967)

Petra Fietzek
Elsinor Verlag, Coesfeld 2021

Ich war ein Mauerkind. Eingeschlossen in der brutalen Realität der politischen Berliner Mauer mit Stacheldraht, in den traumatischen Kriegserlebnissen meiner Eltern, in der kalten Anonymität der Großstadt Westberlin, in der irren Ambivalenz von Wirtschaftswunder und Schießbefehl, von heiler Welt und Unheil.
In diesem Buch erzähle ich von mir.
Ich erzähle in der 3. Person, nenne mich Helene und sehe mir in filmischer Distanz bei meinem Leben als Kind im Westberlin der 60er Jahre zu: berührt, bewegt, erschrocken.
(Klappentext)

Bei Sonnenaufgang sind wir zurück.

Bei Sonnenaufgang sind wir zurück.

Udo Weinbörner
Storys
Außer der Reihe 60
p.machinery, Winnert 2021

Erste und letzte Storys – aus einem Zeitraum von über 40 Jahren. Die Auswahl reicht von der engagierten, klassischen literarischen Kurzgeschichte in der Erzähltradition großer amerikanischer Autoren, wie "Im Bonner Loch", über die Kriminal- und Justizstory, die historische Erzählung "Frauensachen" mit Goethe in der Hauptrolle, bis hin zu Science-Fiction- und Fantastik-Erzählungen. Das Buch enthält die mit Literaturpreisen ausgezeichneten Storys "Elsas Macke", "Kartoffelschälen" und "In einem fremden Land" sowie als Erstveröffentlichung die große Afrika-Paris-Erzählung "Bei Sonnenaufgang sind wir zurück".
(Klappentext)

Fadenschein

Fadenschein

Josef Krug
Aisthesis-Verlag, Bielefeld 2021

Wenn er den Anzug anhatte, musste er achtgeben, dass er mit der Welt nicht zu sehr in Berührung kam – bereits als Kommunionkind fängt sich Robert Benrath einen Kleider-Tick ein, der ihn zunehmend in Miseren und teils tragikomische Verwicklungen führt. Das gilt für seine Schulzeit ebenso wie für seine Zeit bei der Bundeswehr und später an der Uni, wo er in den Verkleidungen der Jugend- und Protestbewegung versucht, seine Vorstellungen von Freiheit zu verwirklichen und erotische Sehnsüchte zu stillen.
Der Roman "Fadenschein" zeichnet sich durch genaue Beobachtung, sensible Personengestaltung und eine präzise Handlungsführung aus. Der Autor benennt gesellschaftspolitische Positionen, drängt sich aber nicht auf. Er verzichtet auf alles Plakative und Anheischige, beschreibt, statt zu interpretieren. Entstanden ist ein Text mit vielen starken Szenen, in denen – neben allen grauen Welten und Jammertälern – auch der Humor nicht zu kurz kommt. Er gewährt Einblicke in eine Zeit, die, so naiv ihre Gedankenwelt auch gewesen sein mag, unsere Gegenwart mitgeprägt hat. (Walter Gödden, Nachwort)
Das in der Reihe „Neue Westfälische Literatur“ erschienene Buch ist eine Publikation des Fritz-Hüser-Instituts für Literatur und Kultur der Arbeitswelt, der Nyland-Stiftung und der Literaturkommission für Westfalen.

Der gelbe Spatz

Der gelbe Spatz

Herbert Somplatzki und Klaus W. Hoffmann
Mitmach-Musical für Kinder
Musikverlag Elba, Sandersdorf 2021

Das Hauptthema des Mitmach-Musicals „Der gelbe Spatz“ ist Freundschaft. Das Musical zeigt mit Wort, Musik, Bewegung und Gesang einen Weg, wie Vorurteile abgebaut und überwunden werden können. Über das Spiel hinaus kann auch die Möglichkeit des friedlichen Zusammenlebens von Menschen aus unterschiedlichen Kulturen thematisiert werden - oder fächerübergreifend der Schutz von Tieren und Umwelt.
Die Spielvorlage erlaubt es, dass eine große Zahl von Spieler*innen teilnehmen kann und eröffnet auch die Möglichkeit einer Zusammenarbeit unterschiedlicher Schulfächer, z.B. Musik, Kunst, Deutsch und auch Sport. Text und Zeichnungen: Herbert Somplatzki, Musik: Klaus W. Hoffmann.
(Klappentext)

Die Schönheiten von Bad Pyrmont.

Die Schönheiten von Bad Pyrmont. Eine Begegnung mit Charlotte Wilhelmine Amalia von Donop

Ralf Thenior
Gedichtzyklus
Edition Virgines, Düsseldorf 2021

Im Jahr 1750 erschien in Lemgo der Gedichtzyklus „Die Schönheiten von Pyrmont“ der ostwest-fälischen Dichterin Charlotte Wilhelmine Amalia von Donop, zu ihrer Zeit als „Westphälische Nachtigall“ bekannt.
Der Lyriker Ralf Thenior begibt sich in seinem neuen Werk auf ihre Spuren, beschreibt ihr Leben und Werk und interpretiert aus heutiger Sicht „Die Schönheiten von Pyrmont“ in einem ausführlichen close reading-Verfahren. Er ließ sich außerdem durch das Werk der Dichterin und einen Aufenthalt als Kurgast in Bad Pyrmont zu einem eigenen Gedichtzyklus inspirieren.
(Klappentext)