Neue Bücher

Ausgewählte Neuerscheinungen westfälischer Autor*innen.

Zwischen Emscher und Paschenberg

Zwischen Emscher und Paschenberg: Miniaturen aus einer Kindheit und Jugend im Ruhrgebiet

Heinz Schumacher
Athena Verlag, Oberhausen 2020

Wie in einer Zeitreise wird uns eine Welt vorgestellt, die es heute so nicht mehr gibt, deren Lebensgefühl der Autor mit knappen Worten, aber mit Präzision vor uns erstehen lässt.
Abläufe im Alltag eines Kindes, eines Jugendlichen zwischen Emscher und Paschenberg, die es bis auf regionale Besonderheiten auch in anderen Gegenden der Republik ähnlich gab.
Der Hof des Mehrfamilienhauses als Lebenswelt, eine Familie unter den für die Nachkriegszeit typischen Exis­tenzbedingungen, eigenartig-kauzige Individuen, die das Stadtbild mitprägen, die Schule als unangefochtene Autorität, die Kirche als machtvolle Institution, die kriegsversehrten Männer. Doch auch so wunderbare Erscheinungen wie Lurchi-Hefte, das Aufkommen von Genüssen wie »Kalte Schnauze«, die Taubenzucht, Wanderungen und Verwandtenbesuch mit Wicküler oder Dortmunder Union am »Sonntag in der kleinen Stadt«. Nicht zu vergessen die Buttercremetorte und der Garten als erholsames, gepflegtes Paradies. Ein Rückblick auf ein Damals, das viele kennen, aber auch »ein Versuch, etwas zu bewahren und der Endgültigkeit des Vergessens zu widersprechen «
Das alles mag schon oft erzählt worden sein, aber der Autor verleiht seinem Werk eine besondere Dichte durch literarische Bezüge und eigene philosophisch anmutende Vorbemerkungen und Zwischentexte. Er schreibt seine Erinnerungen, erlaubt aber mit Hemingway, dass der Leser dieses Buch auch als Werk der Fantasie ansehen darf.
(Klappentext)

Aus der Spur

Aus der Spur

Heinrich Peuckmann
Kulturmaschinen Verlag, Hamburg 2020

Die Schließung seiner Dortmunder Zeitung hat Ulrich völlig überrascht. Von einem Tag auf den anderen hat er seinen gewohnten Lebensrhythmus verloren. Nur langsam gelingt es ihm, seine Tage mit Inhalt zu füllen. Erinnerungen, lange verschüttet, werden wach, an seine Jugend, an seine Hoffnungen, an all die politischen Kämpfe, als die Welt im Ruhrgebiet noch einfach erschien. Hier die Arbeiten, dort die Kapitalisten. Eine Liebesgeschichte begleitet ihn, vor allem aber findet er zurück zu einer großen Hoffnung, die sein Leben immer begleiten sollte.
(Klappentext)

Unterwegs zum Selbstsein

Unterwegs zum Selbstsein. Beweggründe des Reisens

Alfons Huckebrink, Gudula Ritz
Sonderpunkt Verlag, Greven 2020

„Chi n’esce rinasce – Wer weggeht, wird wiedergeboren“, besagt ein verbreitetes sizilianisches Sprichwort. Was ist das Reisen für ein rätselhaftes Bedürfnis, welche Motive liegen ihm zugrunde?
Dieses Buch befasst sich unter anderem mit einigen der bedeutendsten Reise-berichte in der Literaturgeschichte, mit verschiedenen philosophischen Ansätzen und mit Erklärungsmodellen aus der Psychologie, um Antworten auf diese Fragen von unterschiedlichen Blickwinkeln her zu erhalten.
(Klappentext)

Mord am Haarstrang

Mord am Haarstrang - Tod eines Ortsgruppenleiters

Heinz Pohl
BoD, 2020

Ein Dorf am Haarstrang im Dezember 1945. Der ehemalige Ortsgruppenleiter der NSDAP wird in seinem Pferdestall brutal erschlagen. Die Ermittlungen leitet ein mehrfach vorbestrafter, ehemaliger KZ-Häftling. Kann er den Mörder finden?
(Klappentext)

Zeilenfall

Zeilenfall

Andrea Gerecke
CW Niemeyer, Hameln 2020

Als die Assistentin Maud den Poststapel sichtet, explodiert eine Sendung. Hat jemand etwas gegen ihr Engagement für Flüchtlinge bei der traditionsreichen Mindener Kirchengemeinde von St. Marien, die für den Erhalt ihres Turmes sammelt? Während die Polizei die Ermittlungen aufnimmt, häufen sich die Ereignisse bei der „Weser-Gazette“. War die explosive Sendung der Auftakt? Ein Brand im Papierlager der Druckerei erscheint relativ harmlos, doch ein Bekennerschreiben folgt. Redakteure verunglücken unter mysteriösen Umständen tödlich. Die Chefredakteurin wird entführt. Ihre Erpresser fordern den Erhalt des Konkurrenzblattes „Minden-Journal“, dessen Ende beschlossene Sache ist. Nur eine Tageszeitung soll erhalten bleiben, haben die Verantwortlichen – unter ihnen auch Gewerkschafter – vereinbart. Erste Verdächtige haben Alibis, muss Hauptkommissar Alexander Rosenbaum feststellen. Wie steht es aber um den international agierenden Großinvestor und Medienmogul, der Zeitungen in seinem Besitz sammelt?
(Klappentext)

Arbeit am Text

Arbeit am Text

Iuditha Balint (Hg.)
Verbrecherverlag Berlin 2020

Die deutschsprachige Literatur interessiert sich nicht für die Arbeitswelt. So heißt es jedenfalls vielfach in der Literaturwissenschaft und Literaturkritik, die regelmäßig die Abwesenheit von Arbeit in der deutschsprachigen Literatur beklagen. Vor diesem Hintergrund mag es überraschen, dass seit den 1970er Jahren immer mehr Untersuchungen zu diesem Themenfeld publiziert werden – und es drängt sich die Vermutung auf, dass die Rede von der Abwesenheit von Arbeit in der neueren deutschsprachigen Literatur mit herkömmlichen Vorstellungen darüber zusammenhängen könnte, was Arbeit ist und wie literarische Darstellungen von Arbeit beschaffen sein sollten; Vorstellungen, die auf Reminiszenzen an körperliche, industrielle Schwerstarbeit aufbauen, die in der Regel männlich konnotiert ist und die gerade in der zeitgenössischen Literatur durch andere Formen von Arbeit ergänzt wird: Schriftstellerische, künstlerische, unternehmerische oder auch emotionale, ästhetische und Care-Arbeit gehören dazu.

Auf die Frage, wie sie es mit ihrer und der Arbeit allgemein halten, haben Jörg Albrecht, Jonas Lüscher, Kathrin Passig und Rainer Komers in diesem Band mit Poetikvorlesungen und in Interviews geantwortet.

Woher weht der Wind, der die Welt verändert

Woher weht der Wind, der die Welt verändert?

Gerd Puls
Ventura Verlag Werne 2020

Im Rahmen einer seit RUHR 2010 bestehenden deutsch-französischen Autorenfreundschaft gab es immer wieder gegenseitige Arbeitstreffen, meist in Amiens, Dortmunds französischer Partnerstadt, aber auch im Süden Frankreichs sowie im Ruhrgebiet, in Städten wie Dortmund und Bochum oder dem Kreis Unna.

Bei diesen Begegnungen standen vorrangig gesellschaftliche Themen im Mittelpunkt, wie z.B.  in beiden Ländern unterschiedliche Auffassungen und literarische Herangehensweisen und Auseinandersetzungen beim Thema Arbeit, sowie die vielfältigen und massiven Verwerfungen, Einschnitte und Brüche hervorgerufen beispielsweise durch Digitalisierung und Globalisierung, den Folgen des Klimawandels, den Auswirkungen von Migration und eines weltweiten Rechtsrucks.

Im Anschluss an den letzten französischen Besuch im Kreis Unna gab Gerd Puls dieses Buch heraus mit Beiträgen von Tatiana Arfel, Klaus Goehrke, Thomas Kade, Josef Krug, Anja Liedke, Artur Nickel, Heinrich Peuckmann, Gerd Puls, Martine Silberstein und Thorsten Trelenberg.

Das Titelbild Im Wind zeigt eine Farbzeichnung von Gerd Puls.

Meintagsfliegen & RUHRIKUS

Meintagsfliegen & RUHRIKUS

Thorsten Trelenberg
Dortmunder Buch 2020

Ausgewählte Gedichte
Band 3
Band 4

Thorsten Trelenberg gilt als eine der schillerndsten Figuren unter den zeitgenössischen Dichtern.

Neben zahlreichen Veröffentlichungen in internationalen Fachzeitschriften und Anthologien sind bereits 25 Gedichtzyklen, über 20 Kinderbücher (darunter Übersetzungen ins Englische, Portugiesische, Letzeburgische, Französische, Holländische, Schwedische und Türkische) sowie 5 CDs mit vertonten Gedichten erschienen.

Für sein "engagiertes poetisches Schaffen" wurde er im Jahr 2012 mit dem Alfred-Müller-Felsenburg-Literaturpreis ausgezeichnet.

Autobahn mit Raubvögeln

Autobahn mit Raubvögeln

Josef Krug
Free Pen Verlag 2020

Mit Holzschnitten von Horst-Dieter Gölzenleuchter

Das erste, was Bruno sah, waren Flecken von Weiß in der Straße, so als hätte es geschneit ...; dann sah er, dass es Bettfedern waren. ...
Von "Brunos Kristallnacht" bis "Hundebekanntschaft" setzen sich die 15 Geschichten des Bandes u.a. mit der deutschen Vergangenheit und dem, was davon noch immer da ist, auseinander, erzählen von Begegnungen mit "Fremden" und mit dem Fremden im Eigenen.

Ab und zu kommt sie vorbei, bringt einen Sack Trockenfutter, legt Geld auf den Tisch für die Auslagen, die ich mit Senta habe, und schneidet mir bei der Gelegenheit die Haare ... Aber was ist das schon: Haareschneiden!, wenn sonst nichts mehr ist? ...

Die sehende Sintiza. Buchela - Pythia von Bonn

Die sehende Sintiza. Buchela - Pythia von Bonn

Monika Littau
Rhein Mosel Verlag 2020

Oktober 1899. Mitten in der Natur wird ein Mädchen geboren. Die Eltern nennen es laut Taufurkunde Margarethe. Ihr Rufname aber ist Buchela, denn geboren wurde sie unter einer Buche. Die Buchela war eine Sintiza, war Fahrende und Sesshafte, war Hausiererin, Wahrsagerin, psychologische Beraterin. Im Nationalsozialismus wurde ihre Familie verfolgt, inhaftiert, deportiert und ermordet. Aber in der Nachkriegszeit machte ihre Vorhersage des Wahlsiegs von Konrad Adenauer Margarethe Goussanthier zur berühmten Persönlichkeit. Madame Buchela wurde zur Pythia von Bonn.